Sonntag, 25. Januar 2015

Familie extended

Ich lebe in einer Wohngemeinschaft, schon immer. Erst nur zu zweit mit meiner Schwester, dann kamen immer mehr Familienmitglieder dazu. Nun sind wir seit einigen Monaten zu siebt, zusammen mit meinem Mann und dem Baby sowie meiner Schwester, meinem Schwager und deren zwei Kinder. Familie extended sozusagen.
Das hat Vor- und Nachteile und sorgt immer wieder dafür, dass niemandem langweilig wird.

Die klaren Vorteile sind vor allem in der Zukunft anzusiedeln. Immer wieder malen wir uns träumerisch aus, wie wir in einem Jahr alle drei Kinder mit nur einem Erwachsenen und einem Bilderbuch für eine kleine Ewigkeit ruhigstellen werden. Oder wie die drei Kinder in einer an Disneyfilme erinnernder Szene im Wohnzimmer leise Lego spielen. Ahahaha.

Zukunftsvision

Auch jetzt profitiert frau natürlich immer wieder mal von diesem Wohnmodell. Kurz in die Waschküche? Kein Problem. Kurz duschen? Na klar. Nur haben die Babys noch jede Menge unterschiedliche Bedürfnisse zu unterschiedlichen Zeiten, so dass eine einzelne Person schnell überfordert wäre mit allen Kindern zusammen.
Auch das Haus wäre alleine sicher nicht zu zahlen, eine vergleichbare Fläche alleine zu putzen und zu versorgen wahrscheinlich auch kein Spass.

Viele alltägliche Handlungen werden einfacher zu siebt. Kochen muss nur einer und der Abwasch geht schneller zu zweit. Der Einkauf wird online gleich für alle bestellt. Die Zeitungen müssen nicht mehrfach abonniert und entsorgt werden. Viele Dinge entfallen oder teilen sich eben durch zwei. Das ist toll und bestimmt auch ökologischer als eine Kleinfamilie in einem Riesen-Appartement. 

Natürlich ist das Familen-Wg-Leben nicht nur Puderzuckerschnee auf Alpenlandschaft bei Sonnenuntergang. Manchmal nerven wir uns auch alle. Übereinander, nebeneinander, miteinander.
Es ist oft laut, sehr laut und das auch schon früh, sehr früh am Tag.
Manchmal wäre das eigene Kind gerade sehr friedlich und vor allem leise am Spielen, man selbst gönnt sich vielleicht gerade eine Tasse Kaffee. Sehr schön. Nur schreit im Hintergrund halt die Nichte und der Neffe fordert lautstark Liebe und Schokolade ein. 
Oder man hätte eigentlich Ausschlaf-Tag und muss bereits um 06.00 Uhr die Ohrstöpsel einsetzen um die Autonomie-Bekundungen des Neffen auszublenden.

Nicht immer ist es einfach mit sechs anderen Menschen, die sehr unterschiedliche Bedürfnisse haben, zusammen zu leben. Aber meist ist es eben eine Bereicherung. Außerdem ergeben sich durch diese Form des Zusammenlebens immer wieder wunderbare Geschichten zum Erinnern und Weitergeben.







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